Von der Redaktion psychotherapeut-werden.de · Stand: 20.10.2026

Die Ausbildung zum Psychotherapeuten dauert mindestens zehn Jahre bis zur vollen Qualifikation: fünf Jahre Studium in Vollzeit, danach mindestens 60 Monate Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten.Q Die Approbation, mit der Du als Psychotherapeut arbeiten darfst, bekommst Du frühestens nach den fünf Studienjahren und der staatlichen Prüfung.
Zehn Jahre sind die Untergrenze. Wer auf den Bachelorplatz wartet, nach dem Bachelor eine Runde ohne Masterplatz dreht oder die Weiterbildung in Teilzeit macht, braucht länger. Die Rechenbeispiele unten zeigen, wie schnell aus zehn Jahren zwölf oder fünfzehn werden.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Psychotherapeuten im Einzelnen?
| Abschnitt | Mindestdauer | Grundlage |
|---|---|---|
| Bachelor (polyvalent) | 6 Semester | PsychThApprO, § 9 PsychThG |
| Master Psychotherapie | 4 Semester | PsychThApprO, § 9 PsychThG |
| Psychotherapeutische Prüfung | im letzten Mastersemester | § 10 Abs. 3 PsychThG |
| Approbation | auf Antrag nach bestandener Prüfung | § 2 PsychThG |
| Weiterbildung | 60 Monate in Vollzeit | Weiterbildungsordnung der Landeskammer |
Das Gesetz legt die Studiendauer fest: Das Studium findet an Universitäten oder ihnen gleichgestellten Hochschulen statt, dauert in Vollzeit fünf Jahre und umfasst 300 ECTS-Punkte.Q Die Approbationsordnung teilt das in drei Jahre Bachelor und zwei Jahre Master. So steht es auch in den Studiengängen, etwa an der Uni Heidelberg mit 6 SemesterQ im Bachelor und 4 SemesterQ im Master.
Die Weiterbildung beginnt erst nach der Approbation (§ 8 Abs. 1 MWBO). Die Muster-Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer schreibt für jedes der drei Gebiete „mindestens 60 Monate (bei Vollzeit-Weiterbildung)“ vor. In den Gebieten für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche sind davon mindestens 24 Monate ambulant und mindestens 24 Monate stationär oder teilstationär (MWBO, Abschnitt B). Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung Deiner Landeskammer.
Warum die Prüfung den Takt vorgibt
Zwischen Master und Approbation liegt die psychotherapeutische Prüfung, und die hat feste Termine. Du kannst sie nicht vor dem letzten Semester des Masters ablegen (§ 10 Abs. 3 PsychThG). Den Antrag auf Zulassung stellst Du für das Wintersemester jährlich bis 10.12.Q und für das Sommersemester jährlich bis 10.05.Q, frühestens sechs Monate vor dem Prüfungstermin (§ 21 Abs. 3 PsychThApprO).
Die mündlich-praktische Fallprüfung findet im Wintersemester frühestens im März statt, im Sommersemester frühestens im September (§ 35 Abs. 1 PsychThApprO). Weil es nur zwei Durchgänge im Jahr gibt, kostet eine verpasste Anmeldefrist ein halbes Jahr.
Wer mit einem nicht festgestellten oder ausländischen Bachelor im Master sitzt, braucht vor der Prüfungszulassung zusätzlich einen Gleichwertigkeitsbescheid. In Bayern gilt dafür: spätestens 6 Monate vor dem Anmeldeschluss der psychotherapeutischen Prüfung (10.12. bzw. 10.05.); Bearbeitung 1 bis 3 MonateQ. Wer diesen Vorlauf übersieht, verschiebt die Prüfung um ein Semester.
Rechenbeispiele: drei Verläufe
Beispiel 1: alles auf Anhieb. Du beginnst den Bachelor im Wintersemester 2027/28. Nach sechs Semestern endet er im Sommer 2030, im Wintersemester 2030/31 startest Du direkt in den Master. Das vierte Mastersemester ist das Sommersemester 2032. Den Zulassungsantrag stellst Du bis 10. Mai 2032, die Fallprüfung liegt dann frühestens im September 2032. Danach beantragst Du die Approbation. Setzt die Weiterbildung im Herbst 2032 ein und läuft 60 Monate in Vollzeit, bist Du im Herbst 2037 Fachpsychotherapeut, zehn Jahre nach dem ersten Semester. Eine Bearbeitungszeit für den Approbationsantrag ist darin nicht eingerechnet, weil die Behörden dazu keine einheitliche Angabe veröffentlichen.
Beispiel 2: Wartezeit vor dem Bachelor und ein Jahr Pause vor dem Master. Ohne Spitzennote bleibt oft nur die Wartezeitquote. Wie lang die Wartezeit ist, hängt stark von der Uni ab: In Hamburg lautete die Auswahlgrenze der Wartezeitquote im Wintersemester 2025/26: 10 WartesemesterQ; in Mainz für das Wintersemester 2026/27: Note 1,9, 7 WartesemesterQ. Zehn Wartesemester sind fünf Jahre. Kommt nach dem Bachelor noch ein Jahr ohne Masterplatz dazu, sieht die Rechnung so aus: fünf Jahre warten, fünf Jahre Studium, ein Jahr Lücke, fünf Jahre Weiterbildung. Das sind 16 Jahre vom Abitur bis zum Fachpsychotherapeuten.
Beispiel 3: Weiterbildung teilweise in Teilzeit. Die Musterordnung erlaubt Teilzeit, im stationären Bereich mit mindestens der Hälfte der Vollzeit (§ 9 Abs. 3 MWBO). Angenommen, Du absolvierst die 24 stationären Monate mit halber Stelle und den Rest in Vollzeit, und die Teilzeit wird anteilig angerechnet: Dann brauchst Du für den stationären Teil 48 Kalendermonate statt 24, für die übrigen 36 Monate bleibt es bei 36. Die Weiterbildung dauert damit 84 Monate, also sieben Jahre. Wie Teilzeitabschnitte genau angerechnet werden, regelt die Weiterbildungsordnung Deiner Landeskammer; das Beispiel ist eine Rechnung unter dieser Annahme, keine Zusage.
Was am meisten Zeit kostet
Der Masterplatz. Er ist der Engpass auf dem ganzen Weg. In Bayern standen im Studienjahr 2025/26 nach amtlichen Zahlen 640 Bachelorplätzen 360 Plätze im Master Psychotherapie gegenüber.Q Wer im ersten Anlauf keinen Platz bekommt, verliert meist ein ganzes Jahr, weil die meisten Master nur im Wintersemester beginnen. Einige Hochschulen starten auch im Sommersemester, etwa die FAU Erlangen-Nürnberg (Studienbeginn: Wintersemester und SommersemesterQ). Welche Optionen Du ohne Platz hast, steht im Artikel Kein Masterplatz bekommen, alle Standorte in der Übersicht Master Psychotherapie.
Ein Bachelor, der nicht passt. Fehlen Pflichtinhalte, kann Dich das Jahre kosten. Das Nachholen fehlender Bachelorinhalte nach dem Abschluss ist in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Thüringen ausdrücklich ausgeschlossen; der Gleichwertigkeitsbescheid kostet in Berlin 110 Euro, auch bei Ablehnung.Q Dann bleibt oft nur ein neuer, anerkannter Bachelor. Prüfe vorher, ob Dein Studiengang festgestellt ist: Der Artikel zum polyvalenten Bachelor zeigt, worauf es ankommt.
Die Weiterbildungsstelle. Die Weiterbildung findet in bezahlten Stellen statt. Deren Finanzierung ist nur zum Teil gesetzlich geregelt. Seit 01.01.2026 werden Weiterbildungsambulanzen unmittelbar von den Krankenkassen vergütet (BEEP); für Praxen, MVZ und Kliniken fehlt eine Regelung. Die BPtK nennt das einen „ersten wichtigen Baustein“, der „auf keinen Fall ausreichend“ sei.Q Wie viele Stellen es gibt und wie lange die Suche dauert, dazu gibt es keine veröffentlichte Angabe. Mehr dazu im Artikel zur Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten.
Und wer nach altem Recht ausgebildet wird?
Für die alte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gelten eigene Fristen. Wer das Studium vor dem 01.09.2020 begonnen oder abgeschlossen hat, kann die Altausbildung PP/KJP noch bis 01.09.2032 abschließen, im Härtefall bis 31.08.2035; in der praktischen Tätigkeit beträgt die Vergütung mindestens 1.000 Euro im Monat.Q Für heutige Studienanfänger spielt das keine Rolle. Wer betroffen ist, findet die Details bei der Übergangsregelung bis 2032.
Den ganzen Weg mit allen Stufen beschreibt der Leitartikel Psychotherapeut werden. Welche Fristen in den nächsten Monaten anstehen, zeigt die Fristenübersicht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Psychologiestudium bis zur Approbation?
Bachelor und Master dauern zusammen fünf Jahre in Vollzeit. Die psychotherapeutische Prüfung legst Du im letzten Mastersemester ab, danach beantragst Du die Approbation. Ohne Verzögerung bist Du also gut fünf Jahre nach Studienbeginn approbiert.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten?
Mindestens 60 Monate in Vollzeit, also fünf Jahre. In Teilzeit verlängert sie sich; die Muster-Weiterbildungsordnung erlaubt stationäre Abschnitte mit mindestens halber und ambulante Tätigkeiten mit mindestens einem Viertel der Vollzeit.
Kann ich die Ausbildung verkürzen?
Die fünf Studienjahre und die 60 Monate Weiterbildung sind Mindestwerte. Verkürzen lässt sich nur die Zeit dazwischen, etwa indem Du Fristen für Masterbewerbung und Prüfungszulassung nicht verpasst.
Was verzögert die Ausbildung am häufigsten?
Wartezeit auf den Bachelorplatz, eine Lücke vor dem Masterplatz und eine verpasste Anmeldefrist für die Prüfung. Die Prüfung gibt es nur zweimal im Jahr, eine verpasste Frist kostet deshalb ein halbes Jahr.
Quellen
- Psychotherapeutengesetz (PsychThG), § 9 Abs. 1–2, § 10 Abs. 3 (abgerufen 18.10.2026)
- Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO), § 21 Abs. 3, § 35 Abs. 1 (abgerufen 18.10.2026)
- BPtK: Muster-Weiterbildungsordnung (MWBO), Stand 48. Deutscher Psychotherapeutentag, Mai 2026, § 8 Abs. 1, § 9 Abs. 2–3, Abschnitt B (abgerufen 18.10.2026)
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