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Glossar: Begriffe vom Psychologiestudium bis zur Approbation

Von der Redaktion psychotherapeut-werden.de · Stand: 19.10.2026

Hoher Stapel weißer Blätter mit bunten Haftmarkern an den Rändern

Dieses Psychotherapie-Glossar erklärt die Begriffe, die Dir auf dem Weg zur Approbation begegnen: aus dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG), der Approbationsordnung (PsychThApprO), der Studienzulassung und der Weiterbildung. Seit dem 1. September 2020 führt der Weg über ein fünfjähriges Studium mit 300 ECTS.Q Jeder Eintrag nennt die Rechtsgrundlage.

Die Einträge sind alphabetisch sortiert. Ausführliche Erklärungen stehen in den verlinkten Ratgebern; einen Überblick über den ganzen Weg gibt Psychotherapeut werden.

A

Abiturbestenquote (ABQ)

Teil der Bachelorplätze, den eine Uni allein nach der Abiturnote vergibt. Wie groß dieser Anteil ist, regelt die Auswahlsatzung der Uni. An der LMU München lag die Grenze in dieser Quote zum WS 2026/27 bei Note 1,0Q; alle Werte stehen unter Psychologie-NC.

AdH (Auswahlverfahren der Hochschule)

Quote, in der die Uni nach eigenen Kriterien auswählt, meist aus Abiturnote und weiteren Leistungen wie dem BaPsy-DGPs. Das Ergebnis ist oft eine Punktzahl, die sich nicht in eine Abiturnote übersetzen lässt: Die AdH-Grenze in Bonn zum WS 2025/26 lautete: 71,9 PunkteQ.

Anlage 1 PsychThApprO

Liste der zehn Bereiche, die der Bachelor in der hochschulischen Lehre abdecken muss, mit Mindest-ECTS und Wissensbereichen. Anlage 1 (Bachelor, Mindestwerte): Psychologie 25, Pädagogik 4, Medizin 4, Pharmakologie 2, Störungslehre 8, Diagnostik 12, Verfahrenslehre 8, Prävention/Rehabilitation 2, Methodenlehre 15, Berufsethik/Berufsrecht 2 ECTS (Summe 82).Q Den Wortlaut zeigt der Ratgeber Psychologie im Ausland studieren.

Anpassungslehrgang

Ausgleichsmaßnahme für Psychotherapeuten mit Berufsqualifikation aus EU, EWR oder einem gleichgestellten Staat, wenn wesentliche Unterschiede bestehen. Er dauert höchstens drei Jahre; die Antragsteller können stattdessen die Eignungsprüfung wählen (§ 12 Abs. 3 PsychThG, § 66 PsychThApprO).

Approbation

Staatliche Erlaubnis, den Beruf unter der Bezeichnung „Psychotherapeut“ auszuüben. Voraussetzungen der Approbation: abgeschlossenes Studium und bestandene psychotherapeutische Prüfung, keine Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung, erforderliche Deutschkenntnisse.Q Rechtsgrundlage ist § 2 PsychThG; mehr im Ratgeber Approbation als Psychotherapeut.

Arztregister

Register bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, in das auch Psychotherapeuten eingetragen werden müssen, bevor sie eine Kassenzulassung bekommen (§ 95 Abs. 2 SGB V). Die Eintragung ins Arztregister (Voraussetzung der Kassenzulassung) setzt Approbation und eine abgeschlossene Weiterbildung in einem vom G-BA anerkannten Verfahren voraus.Q

B

BaPsy-DGPs

Studieneignungstest Psychologie, den viele Unis im Auswahlverfahren der Hochschule berücksichtigen. Wie stark er zählt, regelt jede Uni in ihrer Auswahlsatzung; einige Unis werten ihn gar nicht. Details im Ratgeber zum BaPsy-DGPs-Test.

Berufsqualifizierende Tätigkeit (BQT I, II, III)

Die praktischen Einsätze mit Patientenbezug. Die BQT I gehört zum Bachelor (§ 15 PsychThApprO) und ist nur in Einrichtungen möglich, in denen Psychotherapeuten tätig sind, und erst nach 60 ECTS.Q BQT II zählt im Master zur hochschulischen Lehre (Anlage 2 Nr. 7), die BQT III mit 600 Stunden ist die große Praxisphase im Master (§ 18 PsychThApprO).

E

ECTS

Leistungspunkte im Studium. Nach § 9 Abs. 2 PsychThG entsprechen 300 ECTS 9.000 Stunden Arbeitsaufwand, ein Punkt also 30 Stunden.

Eignungsprüfung

Mündlich-praktische Fallprüfung für Psychotherapeuten aus EU, EWR oder gleichgestellten Staaten, die wesentliche Unterschiede ausgleichen müssen (§ 12 Abs. 3 PsychThG, §§ 68–69 PsychThApprO).

F

Fachkunde (Fachkundenachweis)

Nachweis einer vertieften Ausbildung in einem vom Gemeinsamen Bundesausschuss anerkannten Verfahren. Ihn brauchen Psychotherapeuten mit Approbation nach altem Recht für den Eintrag ins Arztregister (§ 95c Abs. 2 SGB V); nach neuem Recht tritt die abgeschlossene Weiterbildung an diese Stelle.

Fachpsychotherapeut

Bezeichnung nach abgeschlossener Weiterbildung, die die Landespsychotherapeutenkammer per Urkunde anerkennt. Weiterbildung in drei Gebieten (Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Neuropsychologische Psychotherapie), jeweils mindestens 60 Monate in Vollzeit, hauptberuflich und im Rahmen angemessen vergüteter Berufstätigkeit.Q Mehr im Ratgeber Fachpsychotherapeut: die Weiterbildung.

Fakultätentag-Vorlage

Dokumentenvorlage des Fakultätentags Psychologie (Version 9, 2025), mit der die Heimathochschule bestätigt, in welchen Modulen die Inhalte der Anlage 1 und die Praktika erbracht wurden. Die Uni Gießen etwa verlangt sie bei Bewerbern ohne berufsrechtlich anerkannten Bachelor; die Vorlage sieht auch Hochschulen mit Sitz im Ausland vor.

Fallprüfung (mündlich-praktische)

Erster Teil der psychotherapeutischen Prüfung (§ 10 Abs. 4 Nr. 1 PsychThG). Grundlage ist eine Patientenanamnese aus der BQT III; die Einzelprüfung dauert mindestens 40 und höchstens 45 Minuten (§ 39 PsychThApprO).

Forschungsorientiertes Praktikum I und II

Praktika in Forschungseinrichtungen der Hochschule: Teil I im Bachelor mit 6 ECTS (§ 13 PsychThApprO),Q Teil II im Master mit 5 ECTS (§ 17 PsychThApprO).

G

Gleichgestellte Staaten

Staaten außerhalb von EU und EWR, die bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen nach EU-Recht gleichgestellt sind (§ 1 Abs. 6 PsychThG). Die Schweiz wird im PsychThG nicht namentlich genannt, gilt nach der Gesetzesbegründung aber als „gleichgestellter Staat“ (§ 1 Abs. 6); damit ist für Schweizer Berufsqualifikationen § 12 PsychThG einschlägig.Q

Gleichwertigkeitsbescheid

Bescheid der Landesstelle nach § 9 Abs. 5 PsychThG, dass ein nicht berufsrechtlich festgestellter Bachelor, etwa aus dem Ausland, inhaltlich den Anforderungen entspricht. Er ist bei der Anmeldung zur Approbationsprüfung vorzulegen (§ 22 Abs. 1 Nr. 5 PsychThApprO); Gebühren und Stellen je Land stehen unter Gleichwertigkeitsbescheid.

H

Heilpraktiker für Psychotherapie

Auf Psychotherapie beschränkte Erlaubnis nach § 1 HeilprG. Sie ist keine Approbation; den Titel „Psychotherapeut“ dürfen Heilpraktiker nicht führen (§ 1 Abs. 1 PsychThG).

K

Kassensitz

Umgangssprachlich für die Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter. Sie setzt den Eintrag ins Arztregister voraus (§ 95 Abs. 2 SGB V); Psychotherapeuten bilden eine eigene Arztgruppe der Bedarfsplanung (§ 101 Abs. 4 SGB V), Zulassungen gibt es deshalb nur bei offenen Sitzen oder über eine Sitzübernahme.

Kenntnisprüfung

Prüfung für Psychotherapeuten aus Drittstaaten, wenn ihre Qualifikation nicht gleichwertig ist (§ 11 Abs. 4 PsychThG). Sie ist eine anwendungsorientierte Parcoursprüfung in deutscher Sprache und zweimal wiederholbar (§§ 64–65 PsychThApprO).

L

Landesstelle (Landesprüfungsamt)

Die nach Landesrecht für Gesundheit zuständige Stelle. Sie stellt fest, ob Studiengänge die berufsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, erteilt Gleichwertigkeitsbescheide und führt den Vorsitz bei der psychotherapeutischen Prüfung (§§ 9, 10, 22 PsychThG). Welche Behörde in welchem Land zuständig ist, zeigt Anerkennung nach Bundesländern.

M

Master Psychotherapie

Der Masterstudiengang, der auf den Bachelor aufbaut und zur Approbationsprüfung führt, oft „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ genannt (§ 9 Abs. 3 PsychThG). Approbationsrelevant sind 180 ECTS: im Bachelor 82 ECTS hochschulische Lehre und 19 ECTS Praxiseinsätze, im Master 54 ECTS Lehre und 25 ECTS Praxiseinsätze.Q Alle Studiengänge mit Plätzen stehen unter Master Psychotherapie.

N

NC (Auswahlgrenze)

Umgangssprachlich für den Wert, mit dem in einer Quote zuletzt noch jemand zugelassen wurde. Den einen NC gibt es in Psychologie nicht: Jede Quote hat ihre eigene Grenze, und Werte verschiedener Quoten lassen sich nicht vergleichen.

Numerus fixus

Niederländische Bezeichnung für Studiengänge mit festgelegter Höchstzahl an Plätzen und eigener Auswahl. Niederlande: Alle Psychologie-Bachelors an Universitäten haben einen Numerus fixus (Ausnahme: niederländischer Track in Twente), Bewerbung über Studielink bis 15. Januar; das wettelijk collegegeld beträgt 2.694 Euro im Jahr (2026/27) und 2.771 Euro im Jahr (2027/28).Q Mehr unter Psychologie studieren in den Niederlanden.

O

Orientierungspraktikum

Bachelor-Praktikum mit 5 ECTS bzw. 150 Stunden in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung oder der Beratung, Prävention und Rehabilitation (§ 14 PsychThApprO).Q Vor Studienbeginn abgeleistete Praktika können auf Antrag von der Hochschule auf das Orientierungspraktikum angerechnet werden.Q Mehr im Ratgeber Orientierungspraktikum.

Österreich-Quote

Regel im österreichischen Universitätsgesetz für den Master Psychotherapie (§ 71c Abs. 5 UG). Quote im Master Psychotherapie: 95 Prozent der Plätze für EU-Bürger und Gleichgestellte, 75 Prozent für Inhaber österreichischer Reifezeugnisse, Angehörige der Personengruppenverordnung und Absolventen einer einschlägigen Studienberechtigungsprüfung mit österreichischem Wohnsitz.Q Im Bachelor Psychologie gibt es keine solche Quote.Q Die österreichischen Zugangsregeln (§§ 71a–71d UG) treten mit Ablauf des 31.12.2027 außer Kraft; den Evaluierungsbericht muss das Ministerium dem Nationalrat spätestens im Dezember 2026 vorlegen.Q Was die Quote für Bewerber aus Deutschland bedeutet, erklärt Österreich-Quote im Master Psychotherapie.

P

Parcoursprüfung

Zweiter Teil der psychotherapeutischen Prüfung (§ 10 Abs. 4 Nr. 2 PsychThG). Die psychotherapeutische Prüfung besteht aus einer mündlich-praktischen Fallprüfung und einer anwendungsorientierten Parcoursprüfung; der Parcours hat seit 01.11.2024 zwei Stationen und fünf Kompetenzbereiche.Q An den Stationen arbeiten Schauspielpatienten, je Station hast Du 30 Minuten (§ 51 PsychThApprO).

PiA

Kurzform für Teilnehmer der Psychotherapeutenausbildung nach altem Recht. In der praktischen Tätigkeit steht ihnen eine monatliche Vergütung von mindestens 1.000 Euro zu (§ 27 Abs. 4 PsychThG).Q Details im Ratgeber zur Übergangsregelung bis 2032.

PiW

Psychotherapeut in Weiterbildung: approbierte Psychotherapeuten auf dem Weg zum Fachpsychotherapeuten; die Bundesregierung verwendet den Begriff etwa in Drucksache 21/2683. Mit der Weiterbildung kann erst nach Erteilung der Approbation begonnen werden (§ 8 Abs. 1 MWBO).

Polyvalent

Bachelor, der mehrere Wege offenhält: zum Master Psychotherapie und zu anderen Psychologie-Mastern. Der Bachelorstudiengang kann polyvalent ausgestaltet sein; die nach Landesrecht für Gesundheit zuständige Stelle stellt die Einhaltung der berufsrechtlichen Voraussetzungen fest.Q Weil nur 180 der 300 ECTS des gesamten Studiums approbationsrelevant sind, bleibt Raum für andere Schwerpunkte (§ 9 Abs. 3 und 6 PsychThG).Q Mehr im Ratgeber Polyvalenter Bachelor.

Psychologe

Bezeichnung für Absolventen eines Psychologiestudiums. „Psychologe“ ist nicht als Berufsbezeichnung in einem eigenen Berufsgesetz geschützt und wird in § 132a StGB nicht genannt; geschützt sind akademische Grade und „Psychotherapeut“.Q Wo die Unterschiede zu Psychotherapeuten und Psychiatern liegen, zeigt Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater.

Psychotherapeut

Geschützte Berufsbezeichnung nach § 1 PsychThG. Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ darf nur mit Approbation geführt werden; Ärzte dürfen den Zusatz „ärztlicher“ verwenden.Q Wer nach altem Recht approbiert ist, führt weiter die Bezeichnungen Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (§ 26 PsychThG).

U

Übergangsregelung

Regel in § 27 PsychThG für alle, die ihr Psychologiestudium vor der Reform begonnen oder abgeschlossen haben. Wer das Studium vor dem 01.09.2020 begonnen oder abgeschlossen hat, kann die Altausbildung PP/KJP noch bis 01.09.2032 abschließen, im Härtefall bis 31.08.2035; in der praktischen Tätigkeit beträgt die Vergütung mindestens 1.000 Euro im Monat.Q

W

Wartezeitquote

Teil der Bachelorplätze, den eine Uni nach der Zahl der Wartesemester vergibt. Wie viele Wartesemester höchstens zählen, regelt die Satzung; an der FU Berlin reichten zum WS 2025/26 erst 10 WartesemesterQ.

Weiterbildungsambulanz

Ambulanz für die psychotherapeutische Weiterbildung, die der Zulassungsausschuss zur ambulanten Behandlung ermächtigt (§ 117 Abs. 3b SGB V). Seit 01.01.2026 werden Weiterbildungsambulanzen unmittelbar von den Krankenkassen vergütet (BEEP); für Praxen, MVZ und Kliniken fehlt eine Regelung. Die BPtK nennt das einen „ersten wichtigen Baustein“, der „auf keinen Fall ausreichend“ sei.Q

Quellen

  1. Psychotherapeutengesetz (PsychThG) (abgerufen 18.10.2026)
  2. Approbationsordnung für Psychotherapeuten (PsychThApprO) (abgerufen 18.10.2026)
  3. SGB V, §§ 95, 95c, 101, 120 (abgerufen 18.10.2026)
  4. buzer.de: § 117 SGB V (Weiterbildungsambulanzen) (abgerufen 18.10.2026)
  5. BPtK: Muster-Weiterbildungsordnung für Psychotherapeuten (Stand 48. DPT, Mai 2026) (abgerufen 18.10.2026)
  6. Heilpraktikergesetz (HeilprG), § 1 (abgerufen 18.10.2026)
  7. Universitätsgesetz 2002 (Österreich), §§ 71c, 91, 143 (abgerufen 18.10.2026)
  8. Bundestag, Drucksache 21/2683 (Antwort der Bundesregierung, PiW) (abgerufen 19.10.2026)
  9. Universität Bonn: Zulassungsbeschränkte Studiengänge WS 2025/26 (AdH) (abgerufen 19.10.2026)
  10. Fakultätentag Psychologie: Dokumentenvorlage Anerkennung Bachelor, Version 9 (2025) (abgerufen 18.10.2026)
  11. Landesprüfungsamt NRW: Umgang mit Anträgen auf gleichwertigen Studienabschluss (05.02.2026) (abgerufen 18.10.2026)

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