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Österreich

Englisch im Aufnahmetest Psychotherapie: drei Fachtexte, 18 Fragen

Von der Redaktion psychotherapeut-werden.de · Stand: 03.11.2026

Brille mit transparentem Rahmen auf einem Stapel Bücher

Im Englischteil des Aufnahmetests Psychotherapie liest Du drei englische wissenschaftliche Fachtexte von je etwa 500 Wörtern und beantwortest zu jedem 6 Fragen auf Deutsch, zusammen also 18 Aufgaben. Laut Verordnung der Universität Innsbruck zählt der Teil 5,25 Prozent des Gesamtwerts. Englisch brauchst Du aber auch im Grundlagenteil.

Der Englischteil ist damit der am geringsten gewichtete der vier Testteile. Unterschätzen solltest Du ihn trotzdem nicht: Er ist leicht zu trainieren, und wer gut Englisch liest, hat hier eine verlässliche Punktequelle. Wie die vier Teile zusammenspielen, erklärt der Überblick Aufnahmetest Psychotherapie: Aufbau und Vorbereitung.

Wie ist der Englischteil aufgebaut?

Die Universitäten beschreiben ihn als Verständnistest zu englischsprachigen Texten, vergleichbar dem deutschen Textverständnistest im verbal-analytischen Teil. Die Eckdaten:

Merkmal Englischteil
Texte 3 wissenschaftliche Fachtexte auf Englisch
Länge je etwa 500 Wörter
Fragen je 6 inhaltliche Fragen auf Deutsch, insgesamt 18
Format Multiple Choice, 5 Optionen, 1 bis 5 richtig
Wertung nur vollständig richtige Antwort = 1 Punkt

Die Fragen sind deutsch, die Antwortoptionen beziehen sich auf den englischen Text. Du musst also ständig zwischen den Sprachen wechseln: Was der Text auf Englisch vorsichtig formuliert, steht in einer deutschen Option womöglich als feste Behauptung. Genau dort liegen die meisten Fallen.

Aus dem Format lässt sich ablesen, worauf es ankommt: nicht auf freies Sprechen oder Schreiben, sondern auf genaues Lesen von Fachsprache.

Englisch auch im Grundlagenteil

Leicht übersehen wird, dass Englisch im Test zweimal vorkommt. Zur Testliteratur des Grundlagenwissens gehört ein englischer Fachartikel, Barnett (2019). Fragen zu englischsprachiger Literatur werden laut Testbeschreibung ausschließlich auf Englisch gestellt. Diese Fragen zählen zum Grundlagenteil mit seinem Gewicht von 70 Prozent. Gutes Fachenglisch zahlt sich also deutlich stärker aus, als die 5,25 Prozent des Englischteils vermuten lassen.

Für den Barnett-Artikel heißt das: Lies ihn im Original, nicht in einer Übersetzung, und notiere seine zentralen Fachbegriffe auf Englisch. In der Prüfung erscheinen sie in englischen Fragen und Antwortoptionen, und nur wer sie in dieser Form kennt, erkennt sie dort sofort wieder. Plane den Artikel deshalb fest in Deinen Lernplan für das Grundlagenwissen ein, statt ihn am Ende nebenbei zu lesen.

Typische Fallen: ein eigenes Beispiel

Ein Satz, wie er in einem Fachtext stehen könnte:

„Preliminary findings suggest that brief online interventions may reduce exam anxiety in some university students.“

Welche Aussagen lassen sich daraus ableiten?

  • A) Online-Interventionen beseitigen Prüfungsangst.
  • B) Die Befunde sind vorläufig.
  • C) Der Effekt zeigte sich bei allen Studierenden.
  • D) Es gibt Hinweise darauf, dass kurze Online-Interventionen Prüfungsangst verringern können.
  • E) Die Interventionen dauerten mehrere Monate.

Richtig sind B und D. A übertreibt: Aus „may reduce“ wird „beseitigen“. C übersieht „in some“. E widerspricht „brief“. Schon an einem Satz zeigt sich, worauf Du achten musst:

Vorsichtige Formulierungen. Wörter wie may, might, suggest, appear, preliminary oder tentative schwächen eine Aussage ab. Eine deutsche Option, die daraus eine Tatsache macht, ist falsch.

Mengenangaben. Some, most, only, few und all entscheiden oft über richtig oder falsch. Lies sie nie über.

Zusammenhang und Ursache. Associated with, correlated with und linked to beschreiben einen Zusammenhang, causes oder leads to eine Wirkung. Optionen, die aus einem Zusammenhang eine Ursache machen, sind ein Klassiker.

Was nicht im Text steht. Wie im deutschen Textverständnis zählt nur, was der Text hergibt. Eine Option kann fachlich plausibel sein und trotzdem falsch, weil der Text dazu nichts sagt.

Wie gehst Du im Test mit einem Text vor?

Für drei Texte mit 18 Fragen brauchst Du ein Vorgehen, das auch unter Zeitdruck verlässlich funktioniert. Wir empfehlen diese Reihenfolge:

Lies den Text zuerst einmal zügig ganz durch, ohne an einzelnen Wörtern hängen zu bleiben. Ziel ist der Aufbau: Worum geht es, welche Studien oder Befunde werden genannt, wo steht die Schlussfolgerung des Autors? Markiere dabei Zahlen, Namen von Studien und die Absatzthemen am Rand. Weil der Test auf Papier läuft, kannst Du direkt im Text arbeiten.

Dann gehst Du Frage für Frage vor und prüfst jede der fünf Optionen einzeln gegen die passende Textstelle. Bei Multiple Choice reicht es nicht, eine richtige Option zu finden; erst wenn Du alle fünf beurteilt hast, ist die Aufgabe erledigt. Ein unbekanntes Wort ist dabei selten ein Problem, solange Du den Satz drumherum verstehst. Halte Dich nicht lange daran auf.

Bleibt am Ende eine Option unklar, entscheide Dich trotzdem. Eine leere Antwort zählt genauso null wie eine falsche, und bei Unsicherheit spricht im Zweifel mehr für die vorsichtigere Lesart: Fachtexte formulieren Befunde selten absolut.

So bereitest Du Dich vor

Lies regelmäßig englische Fachtexte aus der Psychologie, am besten Zusammenfassungen und kurze Abschnitte aus Übersichtsarbeiten, wie sie in Fachzeitschriften erscheinen. Ein Text pro Tag über einige Wochen bringt mehr als ein Wochenende mit zehn Texten.

Lege Dir dabei eine Liste mit Methodenvokabular an: sample, control group, randomized, significant, effect size, meta-analysis, systematic review, cross-sectional, longitudinal. Solche Begriffe tauchen in psychologischen Fachtexten ständig auf, und wer sie sofort versteht, hat Kapazität für die eigentliche Frage. Viele dieser Begriffe brauchst Du auch für den Methodenteil im Grundlagenwissen.

Übe außerdem den Sprachwechsel. Formuliere nach jedem Absatz auf Deutsch, was er sagt, und zwar so vorsichtig oder so bestimmt, wie es der englische Text tut. Diese Übung trainiert genau die Fähigkeit, die Du brauchst, um deutsche Antwortoptionen gegen einen englischen Text zu prüfen. Musst Du einen Absatz zweimal lesen, übersetze ihn schriftlich. Nach einigen Wochen siehst Du, welche Satzmuster Dir Mühe machen, etwa lange Nebensatzketten oder Passivkonstruktionen, und kannst gezielt daran arbeiten.

Die offiziellen Beispielaufgaben mit einem englischen Fachtext und kommentierten Lösungen stehen in der Testbeschreibung auf psychotherapiestudieren.at. Arbeite sie durch, bevor Du mit eigenen Texten trainierst. Plätze, Andrang und Zugangsvoraussetzungen je Standort findest Du im Datenhub Master Psychotherapie in Österreich. Wenn Du aus Deutschland kommst, lies auch den Beitrag zur Österreich-Quote im Master Psychotherapie.

Häufige Fragen

Sind die Fragen im Englischteil des Aufnahmetests Psychotherapie auf Englisch?

Nein. Die drei Fachtexte sind englisch, die je 6 Fragen dazu werden auf Deutsch gestellt.

Welches Englischniveau brauche ich für den Aufnahmetest Psychotherapie?

Du solltest englische wissenschaftliche Texte von etwa 500 Wörtern sicher und genau verstehen können.

Gibt es außerhalb des Englischteils englische Fragen?

Ja. Im Grundlagenwissen werden Fragen zur englischsprachigen Testliteratur ausschließlich auf Englisch gestellt.

Wie stark zählt der Englischteil?

Laut Verordnung der Universität Innsbruck mit 5,25 Prozent des Gesamtwerts. Er ist damit der am geringsten gewichtete Testteil.

Quellen

  1. psychotherapiestudieren.at: Testinformationen und Beispielitems, Aufnahmetest 2026/27 (Version 2026-05-20), Testteil Englischkenntnisse, S. 20–23; Grundlagenwissen, S. 2 (abgerufen 02.11.2026)

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